wir weit weg - Partizipative internationale Jugendarbeit

wir weit weg ist ein partizipatives Jugendaustauschprojekt, mit zwei Zielgruppen: Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren, die Haupt- und Realschulzweige besuchen, sowie junge Erwachsene, meist Studierende.

Im Verlauf eines Schuljahres treffen sich Schüler*innen einer Schule regelmäßig mit den zwei Coaches und organisieren gemeinsam ihre eigene internationale Jugendbegegnung. Diese findet bei erfolgreicher Fördermittelbeantragung in der Regel gegen Schuljahresende statt. Dabei trifft die Gruppe aus Deutschland auf Jugendliche aus einem oder mehreren anderen Ländern.

Was sind die Ziele von wir weit weg

Internationale Jugendarbeit begeistert und wirkt nachweislich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen. Allerdings werden Jugendliche, die nicht das Abitur anstreben, weniger von Angeboten der internationalen Jugendarbeit erreicht als Gymnasiast*innen.

Diese Lücke schließt wir weit weg. Das Projekt wendet sich gezielt an Schüler*innen von Haupt- und Realschulzweigen. Es trägt die internationale Jugendarbeit direkt an den Ort, an dem die Jugendlichen den Großteil ihrer Zeit verbringen.

 

Es fördert die internationale Mobilität und interkulturelle Kompetenz der Teilnehmenden. Durch den partizipativen Ansatz nehmen die Jugendlichen Kenntnisse in den Bereichen Projektmanagement und Selbstorganisation mit und erfahren Selbstwirksamkeit. Viele der Teilnehmenden werden nachhaltig für Angebote der internationalen Jugendarbeit gewonnen und nehmen auch nach Projektende an weiteren internationalen Jugendbegegnungen teil. Einige würden später selbst gern als Coaches/Teamende aktiv werden.

wir weit weg qualifiziert außerdem junge Erwachsene, meist Studierende, für die (internationale) Jugendarbeit. Sie werden geschult, um als ehrenamtliche Coaches mit den Teilnehmenden internationale Jugendbegegnungen zu entwickeln und durchzuführen. Sie sammeln wertvolle Berufserfahrung.

wir weit weg öffnet außerdem gezielt Haupt- und Realschulen für Angebote der internationalen Jugendarbeit. Das Projekt bevorzugt die Kooperation mit den Schulen, die bisher kein Angebot von internationalem Austausch hatten. Es stärkt die Jugendlichen, sich für Interkulturalität, Verständigung und Diversität einzusetzen.

Was denken die Teilnehmenden?

„Also ich habe da einen ziemlich guten Freund kennengelernt. Wir haben auch immer noch Kontakt.“

Teilnehmende / Jahrgang 2017/18

„Wenn man das halt so erlebt mit 30 bzw. 25 fremden Jugendlichen aufeinander zu treffen, muss man sich auch durchsetzen können, auch auf Englisch und ich finde, dieses Durchsetzen und dieses Mitmachen und dieser soziale Kontakt, der fördert einen schon.”

Teilnehmender / Jahrgang 2017/18

“Also die Begegnung war für mich selber so UNVERGESSLICH, das werde ich nie vergessen. Es war eine der schönsten Zeiten, ich habe das Land kennengelernt, habe neue Persönlichkeiten kennengelernt, habe einfach Eindrücke von anderen Lebensweisen bekommen.“

Teilnehmender / Jahrgang 2017/18

Wie funktioniert wir weit weg?

Ein Projektdurchlauf dauert etwa anderthalb Jahre. Zunächst werden die Coaches akquiriert und geschult und auf ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten vorbereitet. Parallel zu den Coach-Schulungen werden Schulkooperationen geschlossen.

Je zwei Coaches werben anschließend an den beteiligten Schulen Schüler*innen der 7. bis 9. Klassen als Teilnehmende und starten mit regelmäßigen Gruppentreffen. Diese finden wöchentlich nach dem Unterricht in den Räumen der Schule statt und dauern 90 bis 120 Minuten.

In den Gruppentreffen lernen sich die Jugendlichen und die Coaches kennen und finden als Team zusammen. Dann beginnt die Projektarbeit. Ziel ist die Entwicklung und Durchführung einer internationalen Jugendbegegnung. Dazu beschäftigen sich die Jugendlichen mit folgenden Fragen:

  • Welches Thema interessiert uns?
  • Wo & wann soll die Begegnung stattfinden?
  • Woher kommt die Finanzierung?
  • Welche Vorbereitungen müssen wir treffen?

 

Einen wichtigen Meilenstein bildet die Fördermittelbeantragung, zumeist bei Erasmus+ JUGEND IN AKTION. Die Gruppe nutzt die Zeit des Wartens auf das Antragsergebnis, um verschiedene andere Felder der außerschulischen Bildung kennenzulernen – zum Beispiel Jugendkulturarbeit, Makerspaces, Umweltbildung, Medienbildung.

Sobald die Bewilligung des Förderantrages eingegangen ist, planen die Jugendlichen und die Coaches die Details der Jugendbegegnung. Sie organisieren die Hin- und Rückreise, die Unterkunft, die Verpflegung und das Programm. Dann können die Jugendlichen und die Coaches die internationale Jugendbegegnung durchführen. In der Regel findet später noch eine Rückbegegnung im Inland statt. Jede Begegnung dauert etwa sieben bis zehn Tage.

Die Coaches und die Jugendlichen erhalten während der gesamten Vorbereitungs-, Begegnungs- und Nachbereitungszeit Unterstützung von der Projektleitung.

Beipspielfahrplan wir weit weg?

www_Projektplan_1

Was denken die Coaches über wir weit weg?

„Mir wurden auch viele Aufgaben zugetraut. Was ich sehr schön fand. Weil wir auch so echt viel lernen konnten, echt selbstständig waren und genau das fand ich sehr schön, weil man dann mit den Jugendlichen selbst Absprachen treffen konnte und es dann nochmal irgendwie genau alles persönlicher gemacht hat und einfacher.“

Coach / Jahrgang 2017/18

„Ich glaube ich bin auch entspannter geworden und muss nicht alles im Vorhinein durchgeplant haben, sondern habe gelernt, dass es auch gelingen kann, wenn es ein bisschen spontaner ist.“ 

 

Coach (w) / Jahrgang 2017/18

„Im Projekt wir weit weg habe ich erlebt, dass partizipative Jugendarbeit auch mit dieser Zielgruppe gelingen kann. Sicherlich muss man bei den Ergebnissen flexibler sein. Aber es geht, und die Lernergebnisse sind toll.“ 

 

Coach / Jahrgang 2017/18

Wer finanziert wir weit weg?

Seit 2019 finanziert die Stadt Leipzig zwei halbe Stellen für die Projektkoordination der Internationalen Jugendarbeit bei der KINDERVEREINIGUNG Leipzig e.V. und damit anteilig die Umsetzung von wir weit weg an drei Schulen in der Stadt Leipzig.

Das Projekt wurde zwischen 2017 und 2019 anteilig aus Mitteln des Amts für Jugend, Familie und Bildung (AfJFB) der Stadt Leipzig sowie des Innovationsfonds des Kinder- und Jugendplans des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

Von November 2018 bis Ende 2019 förderte die Robert Bosch Stiftung die wissenschaftliche Evaluation des Projekts sowie die Stärkung des strategischen Fundraisings.
Für die internationalen Jugendbegegnungen werden Anträge bei ERASMUS+, dem Mobilitätsprogramm der Europäischen Kommission, sowie bei den bilateralen Förderwerken oder Landesförderprogrammen gestellt.

Förderer wir weit weg

Fördererlogo Stadt Leipzig

Förderer Begegnungen

logo-dfjw

Weitere Impressionen von wir weit weg?

Mehr zu wir weit weg?